Peru: Indigene Sprachen sollen Aufwertung erfahren

Peru: Indigene Sprachen sollen Aufwertung erfahren

Lima (dpa) - In Peru gibt es 47 indigene Sprachen, die schon vor der Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert entstanden. Noch heute sind sie das Kommunikationsmittel von 55 verschiedenen Volksgruppen des südamerikanischen Landes. Doch Diskriminierung und Vorurteile bedrohen diese Vielfalt. «Alle sind zu einem gewissen Grad aus der Mode gekommen, weil sie 500 Jahre lang marginalisiert wurden. Sogar das von mehr als 3 Millionen Menschen gesprochene Quechua ist in Gefahr», sagt der Sprachwissenschaftler Fernando García, der in der bilingualen Lehrerausbildung Formabiap arbeitet. 43 dieser Sprachen kommen aus dem Amazonasgebiet, die anderen vier aus der Andenregion. Laut dem peruanischen Bildungsministerium sind vier von ihnen vom Aussterben bedroht, weil die Kinder sie nicht mehr benutzen. Bei 17 weiteren besteht ein «ernsthaftes Risiko», weil sie nur von älteren Menschen gesprochen werden.

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Kolumbien: Hoffnung auf neue Stabilität nach Waffenstillstand

Kolumbien: Hoffnung auf neue Stabilität nach Waffenstillstand

Havanna (dpa) - Nach über einem halben Jahrhundert der Gewalt haben die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation Farc einen Waffenstillstand geschlossen. Unterhändler beider Seiten unterzeichneten das Abkommen am Donnerstag (Ortszeit) in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londoño alias «Timochenko» reichten sich die Hände. «Das ist ein historischer Tag für unser Land», sagte Santos. «Nach 50 Jahren der Kämpfe ziehen wir einen Schlussstrich unter den bewaffneten Konflikt mit den Farc.» «Timochenko» sagte: «Möge dies der letzte Tag des Krieges sein.» Er fügte aber hinzu: «Das ist keine Kapitulation der Aufständischen, sondern das Ergebnis der Verhandlungen zweier Mächte, die sich über ein halbes Jahrhundert bekämpft haben, ohne dass einer den anderen besiegen konnte.»

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Brasilien: Interimspräsident Temer in Schmiergeldskandal von Petrobras verwickelt?

Brasilien: Interimspräsident Temer in Schmiergeldskandal von Petrobras verwickelt?

Rio de Janeiro (dpa) - Brasiliens Interimpräsident Michel Temer ist bei dem Schmiergeld-Skandal um den Ölkonzern Petrobras der Korruption bezichtigt worden. Die Staatsanwaltschaft müsse nun prüfen, ob Ermittlungen gegen Temer wegen des Erhalts illegaler Spenden aufgenommen werden können, berichteten brasilianische Medien am Donnerstag. Ein früherer Petrobras-Manager hatte zuvor Temers Namen in Verbindung mit Korruptionspraktiken genannt. Der Ex-Chef der Petrobras-Tochter Transpetro, Sérgio Machado, beschuldigte Temer, 2012 um Spenden für den Wahlkampf des Kandidaten seiner Partei PMDB für das Bürgermeisteramt von São Paulo gebeten zu haben. Die Vorwürfe waren am Vortag ans Licht gekommen. Machado, der selbst unter Korruptionsverdacht steht, nannte rund 20 Namen von PMDB-Politikern. Temer wies die Anschuldigungen zurück.

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Kolumbien: Aussteigerprogramm für Drogen-Bauern

Kolumbien: Aussteigerprogramm für Drogen-Bauern

Havanna (dpa) - Ein Pilotprojekt soll kolumbianischen Bauern den Ausstieg aus dem Drogenanbau ermöglichen. Die Landwirte in der Ortschaft Briceño im Department Antioquia im Nordwesten des Landes sollen freiwillig auf den Anbau illegaler Substanzen verzichten und auf legale Produkte umsteigen. Darauf einigten sich die kolumbianische Regierung und die Guerillaorganisation Farc am Freitag bei den Friedensverhandlungen in Kuba. Die Bauern werden bei der Umstellung finanziell unterstützt. Die Farc-Rebellen finanzieren sich maßgeblich durch die Besteuerung von Bauern, die Koka zur Herstellung von Kokain anbauen. Regierung und Farc verhandeln bereits seit Ende 2012 in der kubanischen Hauptstadt Havanna über die Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts.

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Venezuela: Flughafen Caracas wird nicht mehr angeflogen

Venezuela: Flughafen Caracas wird nicht mehr angeflogen

Caracas (dpa) - Beim Landeanflug auf Caracas fällt auf: Kein einziges Containerschiff liegt vor Anker, nur wenige Container stapeln sich im Hafen. Willkommen in Venezuela, im Land mit der höchsten Inflation und einer sozialistischen Regierung, die die eigene Bevölkerung kaum noch ernähren kann. Zum Sinnbild der Krise ist der internationale Flughafen «Simón Bolívar» geworden. Am Gepäckband warten nur ein paar Dutzend Leute, Flug LH 534 ist gerade gelandet. «Vielleicht waren 40, 50 Personen an Bord», meint Mary Mujica. Sie und ihr Mann haben Venezuela schon vor einigen Jahren Richtung Spanien verlassen, nun wollen sie mitten in der Krise die Familie besuchen. Mit einem recht mulmigem Gefühl. Der Lufthansa-Pilot kommt vorbei, will aber lieber nichts sagen.  «Es traut sich kaum noch einer hierhin», sagt Mujica. Sie sind mit einem der letzten Lufthansa-Flüge nach Caracas gekommen. Die Stimmung am Flughafen ist fast schon gespenstisch. Drei Verkäufer des Duty Free Shops drehen sich auf Drehstühlen um die eigene Achse und daddeln auf Handys herum. Kunden? Fehlanzeige. Bei zwei Autovermietern warten zwei Männer, die Koffer in Plastikfolien einwickeln, vergeblich auf Kundschaft. Der Tourismusschalter ist verwaist. Dafür gibt es viel Militär.

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Argentinien: „Musik für die Seele“ erobert Krankenhäuser

Argentinien: „Musik für die Seele“ erobert Krankenhäuser

Buenos Aires (dpa) – Krankenpfleger schieben Patienten in Rollstühlen durch die Gänge des Argerich-Krankenhauses in Buenos Aires. Familien besuchen Angehörige, Ärzte eilen zur nächsten Operation. Aber an diesem Morgen übertönt der Klang von Violinen das Treiben. Ein Orchester stimmt sich in der großen Eingangshalle ein. Kurz darauf erklingen Werke von Mozart und Verdi im Wartebereich. Neugierig folgen Patienten, Besucher und Krankenhauspersonal dem Orchesterklang. Omar lauscht still der Musik. Der Einwanderer aus Peru fühlt sich sehr einsam im Krankenhaus. «Ich war sehr allein. Wenn man keine Familie hier hat, jemand, der sagt: "Komm, das wird schon. Noch ein Tag", dann ist es sehr schwierig», sagt er. «Aber diese wunderschöne Musik heitert mich auf.» Die Musiker tragen T-Shirts mit der Aufschrift «Música para el Alma» (dt. «Musik für die Seele»). Ins Leben gerufen hat diese Initiative die Flötistin María Eugenia Rubio. Sie selbst war 2010 schwer krank und gründete vor ihrem Tod im darauffolgenden Jahr ein Orchester, mit dem sie Hoffnung in die Krankenhäuser bringen wollte. Mittlerweile sind etwa 1000 Musiker für die Initiative aktiv und spielen in ihrer Freizeit jedes Jahr Hunderte Konzerte in Kliniken.

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