Brasilien: Übergangsregierung macht höchste Schulden seit 20 Jahren

Brasilien: Übergangsregierung macht höchste Schulden seit 20 Jahren

Brasília (dpa) - Angesichts der tiefen Rezession will Brasilien so viele neue Schulden machen wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Die Interimsregierung rechnet für 2016 mit einem Minus von bis zu 170,5 Milliarden Reais (42,7 Mrd Euro). Der Kongress gab dafür am Mittwoch grünes Licht. Das gibt der Regierung mehr Spielraum zur Bekämpfung der Rezession - und bewahrt sie vor rigorosen Kürzungsmaßnahmen. Es ist der erste Erfolg von Interimspräsident Michel Temer. 2015 war die Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent eingebrochen. Für das laufende Jahr wird ein ähnliches Minus in der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt erwartet. Mit Privatisierungen, etwa im Flughafenbereich, und einer Straffung des Staatsapparats sollen mittelfristig die Ausgaben deutlich gesenkt werden. Auch deutsche Unternehmen wie der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport haben bereits Interesse an Investitionen bekundet. Es wäre dem Portal «Globo» zufolge das höchste Defizit seit 1997.

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Peru: Schneckenplage sucht Bio-Bananenplantagen heim

Peru: Schneckenplage sucht Bio-Bananenplantagen heim

(fruchtportal.de) Der Regionaldirektor für Landwirtschaft in Piura sagte, der Nationale Dienst für Landwirtschaftsgesundheit (SENASA) habe bereits Maßnahmen ergriffen, aber die Plage sei sehr aggressiv. Mario Laberry Saavedra drückte seine Sorge über die Entwicklung dieser Schneckenplage aus, die sich schnell im Chira-Tal von Sullana ausbreitet, und bis dato rund 150 ha Bio-Bananenerträge in der Gegend betrifft. Wie die Webseite der Zeitung Perú21 berichtete, sagte Laberry, dass der SENASA Maßnahmen ergriffen habe, um die Ausbreitung des Schädlings zu stoppen. Er sagte, dass die technischen Mitarbeiter bereits rund 350 000 Schnecken eingesammelt hätten, die sich in der Gegend Poechos verteilt hätten.

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UN-Wirtschaftskommission: Etwa 175 Millionen Arme in Lateinamerika

UN-Wirtschaftskommission: Etwa 175 Millionen Arme in Lateinamerika

Santiago de Chile (dpa) - Rund 175 Millionen Lateinamerikaner leben in Armut. Sie stellen nach einem Bericht der regionalen UN-Wirtschaftskommission Cepal 29,2 Prozent der Bevölkerung dar. Die Zahlen wurden am Dienstag in Santiago de Chile veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von einem Prozentpunkt. Zwischen 2002 und 2012 war die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze in Lateinamerika um knapp 15 Prozentpunkte geschrumpft. Von 2013 auf 2014 war sie stabil geblieben. Die soziale Ungleichheit ist in Lateinamerika weiterhin stark ausgeprägt: Zehn Prozent der Reichsten haben nach Angaben der Cepal durchschnittlich ein 14 Mal höheres Einkommen als die ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung.

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Südamerika: Linkes Projekt in der Krise

Südamerika: Linkes Projekt in der Krise

Von Georg Ismar und Juan Garff, dpa Venezuela vor dem Ruin. Argentiniens Peronisten abgewählt. Das Tandem Dilma/Lula vorerst vom Hof gejagt. Südamerika erlebt eine Zeitenwende - weg von der Links-Politik. Aber Brasiliens neue Männer-Regierung bekommt heftigen Gegenwind. Im eigenen Land, wie international. Rio de Janeiro (dpa) - Ein Traumstart ist es nicht gerade. Witze über die weiße Männerriege, keine Frau im Kabinett, sieben Minister unter Korruptionsverdacht. Und Brasiliens Interims-Präsident Michel Temer muss fürchten, auch noch in den Fokus der Ermittlungen zu geraten. Bei seiner ersten TV-Interview gehen am Sonntagabend Zehntausende auf die Balkone, schlagen auf Kochtöpfe ein und rufen: «Hau ab, Temer.» Er spricht von einer Regierung «der nationalen Rettung», aber einige der Minister sind erst einmal persönlich gerettet. Vor dem Zugriff der Justiz, denn mit ihren Ämtern genießen sie besonderen Schutz.

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Kolumbien: Fruchtexporte noch stärkerauf europäische Präferenzen zugeschnitten

Kolumbien: Fruchtexporte noch stärkerauf europäische Präferenzen zugeschnitten

(fruchtportal.de) Tropenfrüchte wie Mango, lila Passionsfrucht, Kokosnuss und Ananas sind aus dem exotischen Südamerika zu Superfrüchten für Europäer und zu einem Teil ihrer täglichen Ernährung geworden. Das ergab eine Studie von ProColombia, wie Notimex veröffentlichte. Mit dem zunehmenden Trend zu 100 Prozent natürlichen Säften und reduziertem Zucker und zu hohen Priesen in Europa sind diese Früchte zu einem Premium-Nischenprodukt geworden, das in den reichsten Märkte in Europa konsumiert wird. Das Vereinigte Königreich (UK), Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Spanien waren die wichtigsten Ziele dieser Produkte, die aus Cundinamarca, Caldas, Bogotá, Antioquia und Valle del Cauca und anderen Gegenden von Kolumbien kommen. „Die Länder der Europäischen Union sind ein wichtiger Markt für verarbeitetes Obst und Gemüse aus Kolumbien mit einem Exportwachstum von 14 Prozent zwischen 2014 und 2015“, so die Studie, berichtete Agraria.pe.

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Brasilien: „Antikorruptionskabinett“ selbst unter Korruptionsverdacht

Brasilien: „Antikorruptionskabinett“ selbst unter Korruptionsverdacht

Brasilia (dpa) - Nach dem Abgang der suspendierten Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat Brasiliens Interimspräsident Michel Temer die Amtsgeschäfte im Regierungspalast übernommen. Die Ministerien werden allesamt von Männern geführt, dem Kabinett gehört keine einzige Frau an. Temer kündigte eine «Regierung der nationalen Rettung» an. «Wir wollen das Land vereinen und befrieden», sagte der 75-Jährige. Von seinen 24 Ministern stehen 7 unter Korruptionsverdacht, wie das Portal «CartaCapital» berichtete. Gegen Temer selbst wird nicht ermittelt. Temers Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) war seit 2003 Partner der linken Arbeiterpartei. Durch den Bruch der Koalition und die Unterstützung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Rousseff wurde der Wechsel möglich. Führende PMDB-Politiker werden der Korruption verdächtigt, Parlamentspräsident Eduardo Cunha wurde in der Vorwoche abgesetzt. Kommentatoren wiesen darauf hin, dass auch Temers engster Führungszirkel im Fokus von Korruptionsermittlungen um Auftragsvergaben des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras steht.

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