Peru

Lateinamerika: Illegaler Bergbau als neues Steckenpferd der Verbrechersyndikate

Bogotá (dpa) - Lateinamerikas Verbrechersyndikate haben die Edelmetalle für sich entdeckt: Angesichts des entschlossenen Vorgehens vieler lateinamerikanischer Staaten gegen den Drogenschmuggel betätigen sich immer mehr kriminelle Organisationen im illegalen Bergbau. 80 Prozent des Goldes in Kolumbien werde mittlerweile illegal geschürft, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Globalen Initiative gegen transnationale organisierte Kriminalität.

Die linke Guerillaorganisation Farc beziehe bereits 20 Prozent ihrer Einkünfte aus dem illegalen Goldhandel. In Kolumbien und Peru - den beiden größten Koka-Produzenten der Welt - wird mittlerweile mehr Geld mit Gold als mit Kokain verdient. Auch in Peru, Bolivien, Ecuador, Brasilien, Venezuela, Nicaragua und Mexiko sind kriminelle Banden zunehmend in den illegalen Bergbau verwickelt.

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OAS: Keine gemeinsame Erklärung zur Situation in Venezuela

Cancún (dpa) - Gleich zu Beginn der Vollversammlung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) haben sich die Außenminister des regionalen Staatenbundes beim wichtigsten Thema überworfen. Die Chefdiplomaten der Region konnten sich am Montag im mexikanischen Cancún nicht zu einer gemeinsamen Erklärung zur Krise in Venezuela durchringen.

«Das zeigt unsere Unfähigkeit, uns zu einigen, während in den Straßen von Caracas und vielen anderen Städten in Venezuela weiter Gewalt und Unterdrückung herrschen», sagte der mexikanische Chefdiplomat Luis Videgaray. Bei erneuten Protesten in der venezolanischen Hauptstadt wurde ein junger Mann erschossen.

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Renaissance des Protektionismus als Chance für Lateinamerika?

Buenos Aires/Mexiko-Stadt (dpa) - «America first» heißt der wichtigste Leitsatz von US-Präsident Donald Trump. Von internationalen Abkommen hält er wenig, bei den Handelsbeziehungen mit anderen Ländern ziehen die USA nach seiner Auffassung immer den Kürzeren. Aber der neue Protektionismus könnte auch eine Chance für Lateinamerika sein.

Wie steht Trump zum Freihandel?

Äußerst kritisch. Er glaubt, dass die USA bei solchen Abkommen benachteiligt werden und Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten verloren gehen. Das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) mit Kanada und Mexiko bezeichnete er als «schlechtesten Deal aller Zeiten». Jetzt soll der Vertrag neu verhandelt werden.

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Peru: Ex-Präsident Toledo möglicherweise in Odebrecht-Skandal verwickelt

Lima (dpa) - Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte frühere peruanische Präsident Alejandro Toledo ist anders als vermutet nicht mehr in Frankreich, sondern in den USA. Er verfolge Pläne, um nach Israel zu fliehen, teilte die peruanische Regierung mit. «Wir haben aus guter Quelle Informationen, dass sich der Ex-Präsident in San Francisco aufhält. Deshalb haben wir die Behörden der Vereinigten Staaten alarmiert.»

Toledo (70) wird vorgeworfen, 20 Millionen US-Dollar (18,5 Mio Euro) Bestechungsgeld vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht für den Bau der Interoceanica angenommen zu haben - die Straße verbindet über Tausende Kilometer Atlantik und Pazifik. Für Hinweise, die zur Ergreifung Toledos führen, lobte Perus Regierung eine Prämie von 100 000 Soles (28 000 Euro) aus. Toledo bestreitet die Vorwürfe.

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Odebrecht-Skandal holt auch Kolumbien ein

Bogota (dpa) – In dem mehrere Länder Südamerikas erschütternden Korruptionsskandal um den Baukonzern Odebrecht gerät nun auch Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos unter Druck. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete am Dienstag Ermittlungen wegen des Verdachts ein, dass Odebrecht für die Wahlkampagne von Santos 2014 bis zu eine Million US-Dollar (rund 934 000 Euro) gezahlt haben soll. Das habe der in Haft sitzende Ex-Senator Otto Bula, ein Kontaktmann des Baukonzerns in Kolumbien, ausgesagt.

Nach Ermittlungen der US-Justiz soll der brasilianische Odebrecht-Konzern, der von deutschen Einwanderern gegründet wurde, in zwölf Ländern bis zu 785 Millionen US-Dollar an Schmiergeldern gezahlt haben, um dafür Bauaufträge zu erhalten. Er hat rund 128 000 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern aktiv.

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